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DEAD SEA DYING


2018 - EXPERIMENTAL DOCUMENTARY - COLOUR - 5.1
DURATION: 30 MIN. - LANGUAGE: ENGLISH, HEBREW SUBTITLE: ENGLISH, GERMAN
DCP

An den Ufern des Toten Meeres, wo Gott einst die sündigen
Städte Sodom und Gomora zerstört haben soll, tut sich der Boden wieder auf:
Der Meeresspiegel des Toten Meers sinkt um einen Meter pro Jahr
und an den Ufern des Salzsees brechen Dattelpalmen und Massageräume
in Senklöcher ein. Ein kaleidoskopischer Blick auf einen dystopischen Ort,
an dem der Mensch immerwährend um sich selbst kreist.

Jurybegründung Verband der deutschen Filmkritik - Bester Kurzfilm 2020
"Eine cineastische Reise an den tiefsten Punkt der Erde, in deren Verlauf en passant
eine universelle Geschichte von Schöpfung, Verantwortung und Zerstörung erzählt wird.
Gedreht an den Ufern des Toten Meeres, wo Gott einst Sodom und Gomorrha zerstörte,
um die sündigen Menschen zu bestrafen. Klar kadrierte Bilder zeigen verfallene Lost Places,
verlassene Spa-Anlagen und aufgegebene Dattelplantagen. Das Wasser des Toten Meeres
zieht sich seit Jahrzehnten zurück, übrig bleiben nur salzige Erde und gefährliche Sinklöcher.
Die ruhige, konzentrierte Kamera macht die Ödnis und Leere dieser Welt spürbar,
auch wenn überall Touristen auf der Suche nach Erholung und dem perfekten Selfie durchs Bild stolpern.

Eine doppelbödige, aber nie aufdringliche Montage verknüpft den Rettungsschwimmer,
der darüber philosophiert, dass Menschen in großer Gefahr in Schockstarre verfallen,
mit der biblischen Geschichte um Lots zur Salzsäure erstarrten Frau und der beunruhigend
aktuellen Frage, wie wir alle auf Krisen reagieren. Die bildgewaltig-dystopische Erzählung
mündet in ein bedrückendes Fazit, das nicht nur für das sterbende Tote Meer zu gelten scheint, sondern gleichsam wie eine Parabel auf den Zustand der Welt anmutet.
Wer angesichts großer Gefahr erstarrt und nur um sich selbstkreist, der wird den Lauf der Dinge nicht verändern."

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On the banks of the Dead Sea, there where God is said
to have destroyed the sinful cities of Sodom and Gomorra, the earth
is once again opening up; the sea level is dropping by one meter per year,
and there on the banks of the salt lake, date trees and massage parlors are
being consumed by sinkholes. While the name of the lake itself seems
to be transforming into a self-fulfilling prophecy, tremendous industrial facilities
twinkle at night at the site where Sodom once existed.
Tourists feel their way around in the waters in search of cures,
and behind the beaches, excavators are digging up the land
in preparation for the next luxury hotel.
A kaleidoscopic look at a dystopian place where people
perpetually revolve around themselves.

DIRECTOR: REBECCA ZEHR & KATHARINA RABL
CINEMATHORAPHER: MANUEL LÜBBERS
PRODUCTION: HFF MÜNCHEN, taro Film

FESTIVALS
2019 Visions du Réel, Nyon (CHE)
2019 Edoc, Quito (ECU)
2019 DOK.fest München (D)
2019 Hamburger Kurzfilmtage (D)
2019 dokumentART, Neubrandenburg (D)

AWARD
2019 TENK Award, Visions du Réel, Nyon (CHE)
2020 Preis der deutschen Filmkritik in der Kategorie Kurzfilm

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